Das mittelalterliche Mönchskloster

Im Jahre 1183 schenkte König Bela III. dem Zisterzienserorden südlich des Verlaufs der Lafnitz und der Raab ein bedeutendes Anwesen. In dem darauf folgenden Jahr kamen aus Trois Fontaines in Frankreich 13 Zisterziensermönche und mit ihnen Laienbrüder (Handwerker) in den Ort, dann bauten sie an der Stelle des heutigen Theaters eine große Kirche im frühgotischen Stil und ein Kloster zu Ehren von Mariä Himmelfahrt und dem Hl. Gotthard. Die ca. 44 m lange, dreischiffige Kirche in der Grundform eines lateinischen Kreuzes mit einem halbkreisförmigen Chorraum hatte keinen Glockenturm, an der Südseite war sie mit dem Mönchskloster zusammengebaut. Nach der Schlacht bei Mohács wurde sie befestigt durch einen Turm und einen Wassergraben als Teil der Grenzlinie. Das Klosterleben wurde 1556 eingestellt, das Gebäude aus der Arpadenzeit wurde 1556 zerstört: Der steirische Hauptmann Tieffenbach sprengte es in die Luft, als sich die Heiduckenmannschaften näherten. Im Jahre 1677 wurde auf den Trümmern eine neue, kleinere Kirche eingeweiht. Nachdem die benachbarte barocke Kirche und das Kloster in der Zeit von 1740 bis 1779 von der Zisterzienserabtei Heiligenkreuz aufgebaut worden waren, wurde die kleine Kirche als Getreidespeicher weitergenutzt. Von hier stammt auch deren Bezeichnung: „Kornspeicherkirche”. Heute ist sie ein Theatergebäude, das im Jahre 1988 so gebaut wurde, dass die Südwand mit der Wand der 1184 gebauten Kirche eins ist und auch die Überreste aus dem Mittelalter (z.B. das Südtor, das Bücheregal) zu sehen sind.

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